{"id":18,"date":"2018-05-25T14:24:30","date_gmt":"2018-05-25T12:24:30","guid":{"rendered":"https:\/\/www.anzeigio.de\/magazin\/?p=18"},"modified":"2019-06-12T23:31:14","modified_gmt":"2019-06-12T21:31:14","slug":"journalismus-in-zeiten-der-medienkonvergenz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.anzeigio.de\/magazin\/2018\/05\/25\/journalismus-in-zeiten-der-medienkonvergenz\/","title":{"rendered":"Journalismus in Zeiten der Medienkonvergenz"},"content":{"rendered":"<p>Das Modell Zeitung und der unabh\u00e4ngige Journalismus scheinen am Ende &#8211; die Zeitungskrise hat auf breiter Front Schneisen in jounalistische Angebote geschlagen. Viele Arbeitspl\u00e4tze wurden geschleift, Redaktionen zu Newsroom-Mannschaften zusammengefasst. Gleichzeitig sind die digitalen M\u00f6glichkeiten gewachsen, aus der Medienvielfalt ist eine Vielfalt der Kan\u00e4le und Formate geworden.<\/p>\n<p>Doch was macht das Publikum? De Sph\u00e4re der \u00d6ffentlichkeit hat sich fragmentarisiert. Aus der offenen Gesellschaft wird die &#8222;zellul\u00e4r kommunizierende Gesellschaft&#8220;, die in virtuellen Gemeinschaften und &#8222;digitalen D\u00f6rfern&#8220; und &#8222;sozialen Netzwerken&#8220; ihre Eigenkulturen pflegt.<\/p>\n<p>Ist das die Zukunft? Oder ist es das &#8222;digital-neurotoxische Keimbett&#8220; f\u00fcr Populismus, Verschw\u00f6rungstheorien und Zerst\u00f6rung der offenen Gesellschaft? <\/p>\n<p><strong>Welche Medien haben noch sichere Konzepte? <\/strong><\/p>\n<p>Es gibt nur noch wenige Medien, die eine &#8222;Leuchtfeuerfunktion&#8220; der offenen Gesellschaft wahrnehmen k\u00f6nnen, und eine breite \u00d6ffentlichkeit herstellen. Gleichzeitig steigt aber der gesellschaftliche Bedarf nach Orientierung und nach Vordenken, Simulation und zum Austesten von Zukunftsalternativen. Das Medium Zeitung bleibt wichtig &#8211; doch es wird in der kommenden totalen Medienkovergenz vor allem als &#8222;Prinzip Zeitung&#8220; \u00fcberleben m\u00fcssen &#8211; damit St\u00e4dte, Regionen, Gemeinschaften und Gesellschaften funktionieren k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><strong>Smart Cities und Smart Regions<\/strong><\/p>\n<p>Die digitale Revolution beginnt aufs Neue, wenn digitale Technologien grundlegend in Frage gestellt werden, und nach Kosten und Nutzen, nach Effizienzkriterien und Zeiteffektivit\u00e4t \u00fcberpr\u00fcft und dekonstruiert werden.<\/p>\n<p>Die Vorteile der Digitalisierung sind bisher vom kalifornischen Internetinvestoren bestimmt worden, die das Gesetz der gro\u00dfen Skalierbarkeit und weltumspannende Gesch\u00e4ftsmodelle zum Grundgesetz aller Entwicklung gemacht haben.<\/p>\n<p>Doch die weltweite Spaltung in Arm und Reich wird damit immer mehr voran getr\u00edeben &#8211; eine Entwicklung die sich angesichts weltweiter Informationskonvergenz und weltweiter Migration als&#8220;immerw\u00e4hrend&#8220; zerst\u00f6rerisch zeigt.<\/p>\n<p>Die Menschheit braucht neue Marktordnungen, digitale Marktordnungen und einen Schutz analoger und digitaler M\u00e4rkte, die auf Augenh\u00f6he direkt zwischen Menschen funktionieren. <\/p>\n<p>Das bisherige Prinzip der &#8222;werbefinanzierten digitalen Entwicklung&#8220; muss verantwortlichere Ordnungsmodelle zur Seite gestellt bekommen. <\/p>\n<p>Im Sinne der UN-Agenda zur nachhaltigen Entwicklung m\u00fcssen heute die Weichen f\u00fcr eine Post-2030 Gesellschaft gestellt werden. Neben das Silicon-Valley-Paradigma der Investoren wird heute ein &#8222;Silicon-Savannah-Modell&#8220; des mobilen Internets gestellt, das ganz Afrika in eine inklusive mobile Internetgesellschaft katapultiert. Es ist heute schon nach Asien der zweitgr\u00f6sste Mobilfunkmarkt.<\/p>\n<p>Das rasante Wachstum der asiatischen St\u00e4dte und die Digitalisierung der St\u00e4dte wird jedoch noch viel weiter tragende Paradigmen hervorbringen: das der &#8222;Smart Cities&#8220; und &#8222;Smart Regions&#8220; &#8211; in denen Medien und das Prinzip Zeitung essentielle und \u00fcberlebenswichtige Funktionen haben. <\/p>\n<p>Journalisten und &#8222;Kuratoren&#8220;(Moderatoren) der digitalen Stadtgesellschaft werden diese Smart Cities und Smart Regions zum Gemeinwohl und Nutzen aller Bewohner mit gestalten. <\/p>\n<p>Statt wilder privater und konzernweiter AGB\u00b4s mit tausenden Seiten von Software-Firmen und Clouddiensten wird es &#8222;digitale Marktordnungen&#8220; geben, die &#8222;sozio\u00f6konomische Subsidiarit\u00e4t&#8220; und Topologien von Arbeitsteilungen und Wertsch\u00f6pfung beeinhalten, und von demokratischen Regulierungsbeh\u00f6rden \u00fcberwacht werden.<\/p>\n<p>Die menschlichen Arbeitsteilungen in Smart Cities und Smart Regions m\u00fcssen k\u00fcnftig durch Frameworks, Technologien und digitale Konventionen kuratiert, moderiert und ggf. auch durch Ordnungen und Gesetz reguliert werden. <\/p>\n<p>Vielfalt, Vernetzung, Verschr\u00e4nkung, Freiheit, Stadtfreiheit und soziale Flexibilit\u00e4t und soziale Bindungen sind k\u00fcnftig nicht nur auf Konkurrenz und Wettbewerb, sondern auch auf urbane und regionale Synergien auszurichten. <\/p>\n<p>Wohlstand, Prosperit\u00e4t und Freir\u00e4ume k\u00f6nnen auf Dauer nur durch gestaltete Synergien und durch Konsens-Vereinbarungen gew\u00e4hrleistet werden. <\/p>\n<figure id=\"attachment_623\" aria-describedby=\"caption-attachment-623\" style=\"width: 590px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"http:\/\/www.anzeigio.de\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/media-netzwerk590.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.anzeigio.de\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/media-netzwerk590.png\" alt=\"Medienkonvergenz in der Smart City\" title=\"Medienkonvergenz in der Smart City\" width=\"590\" height=\"400\" class=\"size-full wp-image-623\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-623\" class=\"wp-caption-text\">Medienkonvergenz in der Smart City: Journalisten ben\u00f6tigen k\u00fcnftig transaktionsfinanzierte Gesch\u00e4ftsmodelle &#8211; Grafik: \u00a9 Anzeigio<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>Medienentwicklung in &#8222;Smart Cities&#8220; und &#8222;Smart Regions&#8220;<\/strong><\/p>\n<p>Die Medienentwicklung wird durch technische Medienkonvergenz bestimmt. Dies beg\u00fcnstigt die wettbewerbliche Konzentration und Wertsch\u00f6pfung und die Konzernbildung. Um nachhaltige und soziale Stabilit\u00e4t zu wahren, m\u00fcssen grundlegende digitale Strukturen in St\u00e4dten und Regionen gegen \u00f6konomisches Ausbluten und gegen disruptive Zerst\u00f6rung gesch\u00fctzt werden.<\/p>\n<p>Die Grundforderungen sind nach Art einer Magna Charta der &#8222;Smart Cities&#8220; und &#8222;Smart Regions&#8220; zu formulieren:<\/p>\n<p>Polis + Kultur + Markt + Infrastruktur + Citizenship &#8211; Terms of Transaction + Terms of Trade<\/p>\n<p>m\u00fcssen durch funktionierende \u00d6ffentlichkeiten, Transparenz, Pressekodex und durch Marktregeln garantiert werden. Das Leitbild der offenen Gesellschaft der digitalen Synergien und M\u00e4rkte wird das positive Zukunftsmuster sein, das Stadt und Land und gro\u00dfe Gemeinschaften \u00fcberlebensf\u00e4hig und nachhaltig organisiert.<\/p>\n<p>Das Zukunfstmuster ist noch offen, aber es hat schon Facetten, die erkennbare Alternativen zum Hier und Jetzt bieten. Mensch-Roboter-Kooperation wird k\u00fcnftig gro\u00dfe Teile der Prim\u00e4rwertsch\u00f6pfung \u00fcbernehmen k\u00f6nnen. Automatisierung und autonome Systeme werden sogar Modelle &#8222;schmerzfreier Besteuerung&#8220; erm\u00f6glichen. Menschen werden nicht nur einen Arbeitsplatz, sondern Mitgliedschaften und Genossenschafts- und Sharing-Kapital f\u00fcr ihren Lebenserwerb nutzen. Und es wird ein unendliches Feld der Kreativ- und Kultur\u00f6konomien geben. <\/p>\n<p><strong>Journalismus in Zeiten der Medienkonvergenz<\/strong><\/p>\n<p>Das Prinzip Zeitung hat eine Zukunftschance, wenn es gelingt, transaktionsbasierte \u00d6konomien in der Stadt und in der Region aufzubauen. Das technische Grundger\u00fcst wurde schon erarbeitet. Eine Ausweitung der Gesch\u00e4ftsideen und Gesch\u00e4ftprozesse in St\u00e4dten und Regionen kann jederzeit beginnen.<\/p>\n<p>Die \u00d6konomie niedrigskalierter digitaler Gesch\u00e4ftsmodelle in der Medienwelt ist mit transaktionsbasierten Finanzierungsmodellen sehr viel stabiler als erwartet. Es gibt ein paar Geheimnisse, die Mut machen, die auch gegen hoch skalierte Gesch\u00e4ftsmodelle Zeit-, Kosten- und Effizienzvorteile ausspielen k\u00f6nnen. Vor allem kann gute Arbeit gesichert werden &#8211; auch und gerade f\u00fcr Journalisten. <\/p>\n<p>Doch die Berufe der Journalisten und &#8222;Kuratoren&#8220; von Polis + Kultur + Markt m\u00fcssen durch &#8222;digitale Ordnungspolitik&#8220; gesch\u00fctzt werden &#8211; es ist eine gesamtgesellschaftliche Gestaltungsaufgabe. <\/p>\n<p><em>Autor: Michael Springer, Herausgeber | 25. Mai 2018<\/em><\/p>\n<hr>\n<p><strong>Weitere Informationen:<\/strong><\/p>\n<p>info@anzeigio.de<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Modell Zeitung und der unabh\u00e4ngige Journalismus scheinen am Ende &#8211; die Zeitungskrise hat auf breiter Front Schneisen in jounalistische Angebote geschlagen. Viele Arbeitspl\u00e4tze wurden geschleift, Redaktionen zu Newsroom-Mannschaften zusammengefasst. Gleichzeitig sind die digitalen M\u00f6glichkeiten gewachsen, aus der Medienvielfalt ist eine Vielfalt der Kan\u00e4le und Formate geworden. Doch was macht das Publikum? De Sph\u00e4re der [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":698,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[5,15,17],"tags":[],"class_list":["post-18","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-aktuell","category-news","category-slider"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.anzeigio.de\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/18","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.anzeigio.de\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.anzeigio.de\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.anzeigio.de\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.anzeigio.de\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=18"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.anzeigio.de\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/18\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":697,"href":"https:\/\/www.anzeigio.de\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/18\/revisions\/697"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.anzeigio.de\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/media\/698"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.anzeigio.de\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=18"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.anzeigio.de\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=18"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.anzeigio.de\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=18"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}